In der Schweiz schlägt den Windkraftanlagen derzeit eine kräftige Brise entgegen. Landschaftsschutzorganisationen, Umweltverbände und Vogelschützer und -schützerinnen stürmen gegen geplante Anlagen an – manch ein Projekt wird durch Einsprüche zerzaust und in alle Winde zerstreut.
Sollen die Klimaziele 2050 jedoch erreicht werden, ist der Ausbau von möglichst viel erneuerbarer Energie notwendig. Gleichzeitig müssen die Stromnetze stabil gehalten werden, denn erneuerbare Energie bedeutet bisweilen auch kein oder sehr viel Strom.
Leiser und weniger Vogelschlag
Einen interessanten Weg hat hierbei das Schweizer Unternehmen Agile Wind Power eingeschlagen. Die Firma mit Hauptsitz in Dübendorf hat grosse vertikale Windräder namens Vertical Sky entwickelt. Wie der Name verrät, sind die Rotorblätter nicht horizontal, sondern vertikal ausgerichtet – sie drehen wie ein Kreisel.
Die Vertical-Sky-Anlagen hätten gegenüber den horizontalen Windrädern mehrere Vorteile, sagt Chris Stewart, Businessverantwortlicher von Agile Wind Power: «Sie drehen langsamer und sind dadurch leiser.» Während klassische Räder direkt beim Mast die Lautstärke eines Presslufthammers erreichen, wurden für Vertical Sky 85 Dezibel berechnet – was der Lautstärke eines Rasenmähers entspricht.
Dies erlaubt den Bau der vertikalen Anlagen näher an bewohntem Gebiet. «Die aufrechte Konstruktion und die langsame Drehung führen zudem zu weniger Vogelschlag», ergänzt Laurenz Zellweger, Kommunikationsverantwortlicher des Unternehmens. Die Vogelwarte Sempach teilt diese Einschätzung.
