Der Sommer in der Schweiz verspricht immer öfter strahlenden Sonnenschein und warme Temperaturen. Wenn draussen ein Lüftchen weht, herrscht drinnen oft drückende Hitze. Auf der Suche nach schneller Abkühlung denken die meisten an eine Klimaanlage. Was aber viele unterschätzen: Diese Geräte lassen nicht nur die Raumtemperatur sinken, sondern auch die Stromrechnung und die Aussentemperatur ansteigen. Dabei ist eine elektrische Kühlung oft gar nicht nötig.
Bevor Sie zum stromfressenden Klimagerät greifen, lohnt sich ein Blick auf effizientere Alternativen. Mit den richtigen Handgriffen lassen sich die eigenen vier Wände auch ohne teure Technik angenehm kühl halten. Hier erfahren Sie, wie Sie die Kraft der Sonne klug nutzen, natürliche Kühlmethoden einsetzen, Ihre Geräte in die Sommerpause schicken und dabei Ressourcen und Geld sparen.
Die Hitze nicht reinlassen
Der beste Schutz gegen die sommerliche Hitze ist eine konsequente Abschirmung.
Sonnenschutz als Schutzschild: Bevor Sie morgens das Haus verlassen, sollten Sie Fenster und Fensterläden oder Rollläden schliessen. Am effektivsten ist der Sonnenschutz, wenn er aussen am Fenster montiert ist. So verhindern Sie das Treibhaus-Prinzip, bei dem sich die Luft hinter dem Glas aufheizt.
Gezielt lüften: Öffnen Sie Fenster und Türen nur nachts oder in den frühen Morgenstunden. Ab 11 Uhr sollte die Hitze draussen bleiben. Wenn es trotzdem stickig wird, hilft kurzes Stosslüften.
Natürliche Verdunstungskälte: Hängen Sie feuchte Tücher vor die Fenster. Beim Trocknen wird der Luft Wärme entzogen, was die Raumtemperatur senkt. Auch das Öffnen von Innentüren hilft, die Temperaturen zwischen kühleren und wärmeren Räumen auszugleichen.
Stromfresser und Wärmequellen eliminieren
Viele Geräte im Haushalt verbrauchen nicht nur Strom, sondern arbeiten gleichzeitig gegen Ihr Ziel einer kühlen Wohnung, indem sie unnötige Abwärme produzieren. Mit der richtigen Strategie lassen sich aber auch diese Wärmequellen beseitigen.
Ventilator statt Klimaanlage: Während mobile Klimageräte 1000 Watt schlucken, begnügt sich ein Ventilator mit etwa 50 Watt. Er senkt zwar nicht die Temperatur, sorgt aber für einen sofortigen Kühleffekt.
Rascher Luftaustausch mit dem Ventilator: Ist die Aussenluft kühler als die Innenluft, zum Beispiel abends, einfach zwei Fenster öffnen und den Ventilator nach aussen richten – so wird die warme Luft hinausbefördert und durch kühle Luft ersetzt.
Heizung in die Sommerpause schicken: Kontrollieren Sie Ihre Heizungsanlage. Viele ältere Modelle verbrauchen auch im Sommer Strom für Umwälzpumpen. Schalten Sie das System in den Sommerbetrieb-Modus.
Stand-by-Verbrauch vermeiden: Jedes aktive Elektro- und Ladegerät erzeugt Wärme. Schalten Sie Computer und Lampen aus. Vor den Ferien lohnt es sich besonders, den Stecker bei WLAN-Routern, Kaffeemaschinen und anderen Geräten zu ziehen.
Wäscheleine statt Tumbler: Ein Wäschetrockner heizt nicht nur die Waschküche auf, sondern ist auch ein Energiefresser. Nutzen Sie die Kraft der Sonne, um die Wäsche zu trocknen. Schweizer Haushalte könnten so zusammen jährlich rund 160 Millionen Franken sparen.
Hygiene und Ressourcen im Griff
Ein effizienter Haushalt hört nicht bei den Elektrogeräten auf. Wer Ressourcen schont, schützt die Umwelt und verbessert gleichzeitig die eigene Lebensqualität durch einen bewussteren Lebensstil.
Muskelkraft im Garten: Ersetzen Sie elektrische Gartenhelfer öfter durch manuelle Werkzeuge. Das spart nicht nur wertvollen Ladestrom, sondern sorgt auch für weniger Lärmemissionen in der Nachbarschaft.
Gesunde Raumluft: Gehen Sie sparsam mit Reinigungsmitteln und Chemikalien um, da diese bei Wärme schneller verdunsten. Lüften Sie nach der Verwendung gründlich, um die Schadstoffbelastung zu senken.
Wer die Kraft der Sonne clever nutzt und auf natürliche Kühlmethoden setzt, geniesst ein angenehmeres Raumklima und schont dabei das Haushaltsbudget. Zudem leisten Sie mit diesen einfachen Anpassungen einen wertvollen Beitrag zum Ressourcenschutz, während Ihr Zuhause auch ohne stromfressende Technik angenehm kühl bleibt.
