126 Billionen Liter Trinkwasser versickern laut Schätzungen jedes Jahr weltweit ungenutzt im Boden. Um diese unvorstellbare Menge greifbar zu machen: Das ist fast zweimal das Volumen des Genfersees. Allein in der Schweiz gehen so pro Jahr etwa 120 Milliarden Liter verloren. Rein rechnerisch kommt dieser landesweite Verlust alle drei Tage dem Volumen eines kompletten Fussballstadions gleich.
Dass dieser massive Verlust überhaupt entsteht, liegt an der Infrastruktur: Ein Grossteil unserer Wasserleitungen stammt aus einer Zeit, in der Dokumentationen lückenhaft und digitale Überwachung Zukunftsvision waren. Zudem liegen sie metertief im Boden. Schäden bleiben oft über Jahre unbemerkt, bis ein massiver Rohrbruch den Boden einbrechen lässt. Die reaktive Instandhaltung ist kostspielig und ineffizient: Herkömmliche Diagnoseverfahren, etwa das akustische Abhorchen der Erdoberfläche, liefern oft keine verlässlichen Daten.
Infrastruktur-Robotik: Innovation gegen den Ressourcenverlust
Genau hier setzt das Schweizer Start-up Fluidbot an. Das junge Unternehmen begegnet der Unzugänglichkeit der Leitungen mit einer Innovation: Anstatt mühsam von aussen nach Lecks zu suchen, navigieren spezielle Roboter durch das Netz und erfassen mit hochpräziser Sensorik kleinste Schwachstellen. Die Daten werden in Echtzeit analysiert, sodass Betreiber reagieren können, bevor ein grosser Rohrbruch entsteht.
Die Geschichte hinter Fluidbot zeigt beispielhaft: Moderne Technik ist heute ein wichtiger Hebel für den Ressourcenschutz und ein Berufsfeld mit enormem Impact. Wer ökologische Verantwortung mit Pionierarbeit verbinden will, findet in technischen Studiengängen das nötige Rüstzeug. Dass dieser Weg direkt von der Fachhochschule zur Gründung eines wegweisenden Start-ups führen kann, zeigen die Ingenieure hinter Fluidbot.


