Ab auf den Velosattel und rein in die Natur: Selten erlebt man Menschen, Landschaft und Wetter so intensiv wie auf einer Veloreise. Anstatt mit dem Flugzeug in möglichst kurzer Zeit in die Feriendestination zu gelangen, wird auf einer Bikepacking-Tour schon der Weg zum Ziel.
Bikepacking ist nur eine Art, eine Veloreise zu gestalten. Mit minimalem Gepäck, eng verstaut in windschnittigen Sattel-, Lenker- und Rahmentaschen, ist man sportlich unterwegs und legt ganz nach Lust und Laune, Wetter oder Ausdauer zahlreiche Kilometer und Höhenmeter zurück.
Gravelbikes – also sportliche Fahrräder, meist mit klassischen Rennlenkern, einem robusten Rahmen, besserer Federung und dickeren Reifen – eignen sich wunderbar dafür. Aber auch mit einem Mountainbike oder Rennvelo steht dem Bikepacking-Abenteuer nichts im Weg. Ein Abenteuer, das umweltfreundlich und gesundheitsfördernd zugleich ist.
Bikepacking-Set-up für eine Wochenendtour
Ein klassisches Set besteht aus Rahmen-, Sattel- und Lenkertasche. Eine zusätzliche Oberrohrtasche bietet schnellen Zugriff auf Handy, Sonnencreme oder Snacks.
Faustregel:
- Schwere Dinge gehören in die Mitte des Rahmens für einen stabilen Schwerpunkt.
- Leichte Dinge werden vorn am Lenker oder hinten am Sattel verstaut, um ein Pendeln des Hecks zu vermeiden.
Ziel ist es, das Gewicht vertikal entlang des Fahrrads zu verteilen, damit sich der Schwerpunkt nicht verlagert und das Bike-Handling möglichst gleich bleibt. So geht es rasant und agil über Strassen, Waldwege oder eben Gravel (Kies).
Das Tourenvelo: Der klassische Begleiter
Wer es klassisch mag, steigt aufs bewährte Tourenvelo – ein ideales Fortbewegungsmittel und ein perfekter Reisebegleiter für die nächste Veloreise. Vorteile: eine komfortable Sitzposition sowie fest montierte Lichter, fixe Schutzbleche und ein Gepäckträger.
Am Tourenvelo lassen sich mit diesem Setting vorn und hinten Taschen, zum Beispiel Saccochen (Seitentaschen), anbringen sowie weitere Ausrüstung wie Schlafsack, Zelt oder Kochutensilien sicher befestigen. Dieses klassische Tourenvelo-Set-up nennt sich auch «Sixpack» und besteht aus zwei Hinterradtaschen, zwei Vorderradtaschen, einer Lenkertasche sowie einem Packsack auf dem Gepäckträger. Für ein längeres Veloabenteuer, das mehr Komfort bieten soll, sind ein klassisches Set-up und ein Tourenvelo ideal.
Im Zug gehts umweltfreundlich weiter
Sollte das Wetter umschlagen oder das Ziel doch zu fern liegen, lassen sich die Velos ganz einfach in den nächsten Zug verladen. In Regionalzügen ist dies meist unkompliziert möglich. Freiheit pur – umweltfreundlich, gesundheitsfördernd und lärmreduzierend. In den Fernverkehrszügen Eurocity (EC), Intercity-Express (ICE) und Railjet (RJX) innerhalb der Schweiz müssen am Wochenende allerdings Veloplätze reserviert werden. Einfach mal ausprobieren – das nächste Veloabenteuer wartet vor der Haustür.