Es begab sich zu einer Zeit, als der Strombedarf stieg, die Nachfrage nach erneuerbarer Energie wuchs und Wasserkraftwerke für eine nachhaltige Stromerzeugung entstanden. Über ihre Mauern ergiesst sich bis heute tosend die Strömung. Diese Mauern wurden aber auch zum Hindernis in der Wanderung der Fische. Wie nur sollten sie nun neue Nahrungsquellen finden oder Laichgebiete, um sich fortzupflanzen? Die Lösung: Man hilft ihnen beim Steigen, mit sogenannten Aalleitern, Fischliften oder Fischtreppen.
Aufwärts, bitte!
Was so lustig klingt, ist für Fische schlichte Notwendigkeit, um die Wehre und Turbinen der Kraftwerke zu umgehen und ihre Wanderschaft ungehindert fortsetzen zu können. Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes geliftet. Die wandernden Fische schwimmen gegen den Strom und werden in eine Lockströmung zum Eingang der Fischtreppe gelotst.
Innerhalb der Fischtreppe schwimmen die Fische durch eine Reihe aufeinanderfolgender Becken, die miteinander verbunden sind. Jedes nachfolgende Becken liegt ein wenig höher als das Vorherige. Auf diese Weise gewinnen die Fische an Höhe. Jedes Becken gibt den Fischen die Chance zur Rast vor der nächsten Treppenstufe, denn das Aufsteigen ist anstrengend.
Besonderheit Wasserkraftwerk Hagneck
«Der Begriff Fischtreppe hat ausgedient. Heute heisst es Umgehungsgerinne», weiss Beatrix Schwab, Teamleiterin der Besucherführungen im Wasserkraftwerk Hagneck am Bielersee. «Die Besonderheit in Hagneck ist die ganz natürliche Gestaltung mit Jurastein. Es ermöglicht selbst grossen Fischen wie dem Atlantischen Lachs und der Seeforelle den Aufstieg.»

