Mehr als jede dritte Person in der Schweiz betreibt regelmässig Wintersport. Wie lassen sich die Umweltauswirkungen minimieren? Foto: AscentXmedia / iStock

Ski fahren mit gutem Gewissen – geht das?

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Skier en ayant bonne conscience: est-ce vraiment possible?

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An- und Abreise, Beschneiung, Ausrüstung: Ein Skitag verursacht mehr Emissionen, als viele denken. Protect Our Winters erklärt, wie Wintersport klimaverträglicher werden kann.

Mehr als jede dritte Person in der Schweiz fährt Ski oder Snowboard. Was gilt es zu beachten, um dem Winterhobby möglichst nachhaltig nachzugehen? Im Interview gibt Maren Stöber, ehemals bei Protect Our Winters, Auskunft.

Frau Stöber, was ist Protect Our Winters, und welche Rolle spielen Sie in der Organisation?

Ich arbeitete als stellvertretende Geschäftsführerin bei Protect Our Winters, der Stimme der Outdoor-Community für den Klimaschutz. Das Motto von Protect Our Winters lautet: Schütze, was du liebst. In der Outdoor-Community gibt es viele Menschen, die in den Bergen unterwegs sind und sehen, wie der Klimawandel die Alpenregionen verändert. Mit Kampagnen und Sensibilisierung sorgt Protect Our Winters dafür, dass sich die Outdoor-Community klimafreundlich engagiert und auch entsprechend wählt und abstimmt.

Ein Wintersportgebiet erscheint auf den ersten Blick alles andere als nachhaltig: Tausende von Menschen tummeln sich an einem Ort, der einmal Natur pur war. Streng genommen: Kann Wintersport überhaupt nachhaltig sein?

Fakt ist, dass jede Form von Tourismus einen Einfluss auf die Umwelt hat, vor allem der Massentourismus. Richtig ist aber auch, dass wir alle mit dem Wintersport als Breitensport aufgewachsen sind. Unser Ansatz ist daher, dass wir heute die Verantwortung für die Zukunft übernehmen müssen, uns aber nicht den Kopf über vergangene Entscheidungen zerbrechen sollten. Die Skianlagen sind da, und es wäre auch nicht richtig, sie nicht mehr zu nutzen, denn für die Bergbevölkerung sind sie auch ein wichtiges Standbein. Ob die Skigebiete noch weiter ausgebaut werden müssen, ist dagegen fraglich.

«Unser Motto lautet: Schütze, was du liebst», sagt Maren Stöber, ehemals bei Protect Our Winters. «In der Outdoor-Community gibt es viele Menschen, die in den Bergen unterwegs sind und sehen, wie der Klimawandel die Alpenregionen verändert.» Foto: Protect Our Winters

Wenn man Wintersport nachhaltig betreiben will: Was ist das Wichtigste, worauf man achten sollte?

Das Thema hat grundsätzlich zwei Facetten: Nachhaltigkeit im Wintersport und die Möglichkeit, den Wintersport zu nutzen, um den Klimaschutz in einem grösseren Zusammenhang zu sehen. Im Wintersport ist die Ressourcennutzung ein grosses Thema: Wasser, Energieerzeugung, Bewirtschaftung und Gastronomie. Dies betrifft vor allem die Skigebiete selbst. Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist der wichtigste Faktor eindeutig die Mobilität. Bis zu 70 Prozent der Emissionen eines Skitages entstehen bei der An- und Abreise, da die meisten immer noch mit dem Auto ins Skigebiet fahren. Hier haben wir als Community einen enormen Hebel. Der Energieverbrauch eines Skitages ohne Anreise entspricht dem von drei Duschen. Und nicht zu vergessen, kürzlich hat der Bund bekannt gegeben, dass über die Hälfte des Mobilitätsaufkommens in der Schweiz mit Freizeit und Tourismus zu tun hat.

Eine Frage drängt sich auf: Liegt die Verantwortung für nachhaltigen Wintersport allein bei den Konsumentinnen und Konsumenten?

Viele reisen mit dem Auto an, weil es einfacher ist, die ganze Ausrüstung ins Auto zu packen, als sie kompakt zu verpacken und mit dem ÖV zu transportieren. Das hat aber auch eine systemische Dimension. Es ist zu einfach und zu billig, mit dem Auto ins Skigebiet zu fahren. Es braucht eine Struktur, die uns die richtige Entscheidung erleichtert. Wenn das Auto nicht mehr die einfachste Lösung ist, finden wir eine bessere. Das kann man über negative Anreize tun, wie zum Beispiel die Parkgebühren zu erhöhen, oder aber positive wie noch bessere Direktverbindungen für Züge ins Skigebiet, so wie sie etwa zwischen Genf und Verbier oder zwischen Zürich und Flumserberg am Wochenende bestehen.

Kann man den Leuten das Autofahren verbieten?

Nein, das ist auch nicht unser Ansatz, da er nicht zielführend wäre. Man kann Einschränkungen durchsetzen, siehe das Beispiel der Erhöhung der Tarife für Parkplätze, um so Verhaltensänderungen anzustossen. Allgemein gesagt gibt es bei solchen Verschiebungen der Baseline immer zuerst einen Aufschrei, aber dann gewöhnen sich die Menschen sehr schnell daran – das zeigt die Verhaltensforschung. Als die Gurtpflicht im Auto eingeführt wurde, sind die Leute auch erst auf die Barrikaden gegangen. Irgendwann haben sie aber gemerkt, dass das neue Normal durchaus Sinn macht. Welche Verhaltensänderungen aber zielführend sind beim touristischen Verkehr, müsste die Wissenschaft eruieren.

Stichwort Ski- und Snowboardausrüstung. Was kann man in Sachen Nachhaltigkeit tun?

Es gibt die 5-R-Regel, an die man sich halten kann. Refuse: Keine Produkte kaufen, die man nicht wirklich braucht. Reduce: Generell weniger kaufen. Reuse: Dinge wiederverwenden und mit anderen teilen. Recycle: Dinge wiederverwendbar machen. Rot: Dinge der Erde zurückgeben. Für den Wintersport bedeutet das konkret: Am nachhaltigsten ist es, nichts Neues zu kaufen. Skier und Snowboards kann man so lange benutzen, bis die Kanten nicht mehr geschliffen werden können oder der Belag abgenutzt ist. Man kann die Ausrüstung auch leihen, gebraucht kaufen oder die Kleidung multifunktional nutzen. Eine gute Pflege verlängert die Lebensdauer der Ausrüstung.

Viele Wintersportorte werben damit, nachhaltig zu sein. Wie kann man als Konsument überprüfen, was davon stimmt?

Protect Our Winters erstellt kein Ranking, weil das nicht zielführend ist. Es gibt Nachhaltigkeitslabel, aber auch hier muss man schauen, wie sie funktionieren. Manche Wintersportorte listen ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen online auf. Man kann sich dort anschauen, wie der Strom erzeugt wird, wobei mittlerweile fast alle Skiorte erneuerbare Energiequellen haben: Arosa hat Wasserkraft, Andermatt heizt klimaneutral mit Holz. In der Gastronomie gibt es fast überall noch Luft nach oben. Warum ist das Standardmenü immer noch eines mit Fleisch? Auch hier sollte ein Umdenken stattfinden, natürlich ohne den Menschen die Möglichkeit zu nehmen, Fleisch zu essen.

Der Einsatz von Schneekanonen spielt keine Rolle?

Das hängt von den Bedingungen im Skigebiet ab. In manchen gibt es viel Wasser, in anderen nicht. Die Universität Basel hat herausgefunden, dass Skigebiete wie Andermatt oder Sedrun ihren Wasserverbrauch bis Ende des Jahrhunderts um 80 Prozent erhöhen müssen – auf 540 Millionen Liter statt 300 Millionen Liter für die Beschneiung. Bergregionen erwärmen sich grundsätzlich schneller. Die Schweiz liegt bereits bei 2,8 Grad Erwärmung, der globale Durchschnitt bei 1,3 Grad.

Kann es sich dann lohnen, in Skigebiete zu fahren, die möglichst hoch und über der Schneefallgrenze liegen?

Wahrscheinlich ist das die logische Konsequenz. Das führt aber auch zu dem Problem, dass es in diesen Skigebieten zu einer Verdichtung kommt. Das wiederum birgt die Gefahr, dass Wintersport zum Luxussport wird. Denn wenn immer mehr Leute auf engerem Raum sind, wird die hohe Nachfrage zu einer Explosion der Preise führen.

Was sollte man als nachhaltiger Wintersportler oder nachhaltige Wintersportlerin noch beachten?

Geh für das Klima abstimmen und wählen. Und wenn dir im Skigebiet etwas auffällt, frage auch mal nach: Warum gibt es denn keine vegetarische Alternative auf der Speisekarte?

Mehr als jede dritte Person in der Schweiz fährt Ski oder Snowboard. Was gilt es zu beachten, um dem Winterhobby möglichst nachhaltig nachzugehen? Im Interview gibt Maren Stöber, ehemals bei Protect Our Winters, Auskunft.

Frau Stöber, was ist Protect Our Winters, und welche Rolle spielen Sie in der Organisation?

Ich arbeitete als stellvertretende Geschäftsführerin bei Protect Our Winters, der Stimme der Outdoor-Community für den Klimaschutz. Das Motto von Protect Our Winters lautet: Schütze, was du liebst. In der Outdoor-Community gibt es viele Menschen, die in den Bergen unterwegs sind und sehen, wie der Klimawandel die Alpenregionen verändert. Mit Kampagnen und Sensibilisierung sorgt Protect Our Winters dafür, dass sich die Outdoor-Community klimafreundlich engagiert und auch entsprechend wählt und abstimmt.

Ein Wintersportgebiet erscheint auf den ersten Blick alles andere als nachhaltig: Tausende von Menschen tummeln sich an einem Ort, der einmal Natur pur war. Streng genommen: Kann Wintersport überhaupt nachhaltig sein?

Fakt ist, dass jede Form von Tourismus einen Einfluss auf die Umwelt hat, vor allem der Massentourismus. Richtig ist aber auch, dass wir alle mit dem Wintersport als Breitensport aufgewachsen sind. Unser Ansatz ist daher, dass wir heute die Verantwortung für die Zukunft übernehmen müssen, uns aber nicht den Kopf über vergangene Entscheidungen zerbrechen sollten. Die Skianlagen sind da, und es wäre auch nicht richtig, sie nicht mehr zu nutzen, denn für die Bergbevölkerung sind sie auch ein wichtiges Standbein. Ob die Skigebiete noch weiter ausgebaut werden müssen, ist dagegen fraglich.

«Unser Motto lautet: Schütze, was du liebst», sagt Maren Stöber, ehemals bei Protect Our Winters. «In der Outdoor-Community gibt es viele Menschen, die in den Bergen unterwegs sind und sehen, wie der Klimawandel die Alpenregionen verändert.» Foto: Protect Our Winters

Wenn man Wintersport nachhaltig betreiben will: Was ist das Wichtigste, worauf man achten sollte?

Das Thema hat grundsätzlich zwei Facetten: Nachhaltigkeit im Wintersport und die Möglichkeit, den Wintersport zu nutzen, um den Klimaschutz in einem grösseren Zusammenhang zu sehen. Im Wintersport ist die Ressourcennutzung ein grosses Thema: Wasser, Energieerzeugung, Bewirtschaftung und Gastronomie. Dies betrifft vor allem die Skigebiete selbst. Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist der wichtigste Faktor eindeutig die Mobilität. Bis zu 70 Prozent der Emissionen eines Skitages entstehen bei der An- und Abreise, da die meisten immer noch mit dem Auto ins Skigebiet fahren. Hier haben wir als Community einen enormen Hebel. Der Energieverbrauch eines Skitages ohne Anreise entspricht dem von drei Duschen. Und nicht zu vergessen, kürzlich hat der Bund bekannt gegeben, dass über die Hälfte des Mobilitätsaufkommens in der Schweiz mit Freizeit und Tourismus zu tun hat.

Eine Frage drängt sich auf: Liegt die Verantwortung für nachhaltigen Wintersport allein bei den Konsumentinnen und Konsumenten?

Viele reisen mit dem Auto an, weil es einfacher ist, die ganze Ausrüstung ins Auto zu packen, als sie kompakt zu verpacken und mit dem ÖV zu transportieren. Das hat aber auch eine systemische Dimension. Es ist zu einfach und zu billig, mit dem Auto ins Skigebiet zu fahren. Es braucht eine Struktur, die uns die richtige Entscheidung erleichtert. Wenn das Auto nicht mehr die einfachste Lösung ist, finden wir eine bessere. Das kann man über negative Anreize tun, wie zum Beispiel die Parkgebühren zu erhöhen, oder aber positive wie noch bessere Direktverbindungen für Züge ins Skigebiet, so wie sie etwa zwischen Genf und Verbier oder zwischen Zürich und Flumserberg am Wochenende bestehen.

Kann man den Leuten das Autofahren verbieten?

Nein, das ist auch nicht unser Ansatz, da er nicht zielführend wäre. Man kann Einschränkungen durchsetzen, siehe das Beispiel der Erhöhung der Tarife für Parkplätze, um so Verhaltensänderungen anzustossen. Allgemein gesagt gibt es bei solchen Verschiebungen der Baseline immer zuerst einen Aufschrei, aber dann gewöhnen sich die Menschen sehr schnell daran – das zeigt die Verhaltensforschung. Als die Gurtpflicht im Auto eingeführt wurde, sind die Leute auch erst auf die Barrikaden gegangen. Irgendwann haben sie aber gemerkt, dass das neue Normal durchaus Sinn macht. Welche Verhaltensänderungen aber zielführend sind beim touristischen Verkehr, müsste die Wissenschaft eruieren.

Stichwort Ski- und Snowboardausrüstung. Was kann man in Sachen Nachhaltigkeit tun?

Es gibt die 5-R-Regel, an die man sich halten kann. Refuse: Keine Produkte kaufen, die man nicht wirklich braucht. Reduce: Generell weniger kaufen. Reuse: Dinge wiederverwenden und mit anderen teilen. Recycle: Dinge wiederverwendbar machen. Rot: Dinge der Erde zurückgeben. Für den Wintersport bedeutet das konkret: Am nachhaltigsten ist es, nichts Neues zu kaufen. Skier und Snowboards kann man so lange benutzen, bis die Kanten nicht mehr geschliffen werden können oder der Belag abgenutzt ist. Man kann die Ausrüstung auch leihen, gebraucht kaufen oder die Kleidung multifunktional nutzen. Eine gute Pflege verlängert die Lebensdauer der Ausrüstung.

Viele Wintersportorte werben damit, nachhaltig zu sein. Wie kann man als Konsument überprüfen, was davon stimmt?

Protect Our Winters erstellt kein Ranking, weil das nicht zielführend ist. Es gibt Nachhaltigkeitslabel, aber auch hier muss man schauen, wie sie funktionieren. Manche Wintersportorte listen ihre Nachhaltigkeitsmassnahmen online auf. Man kann sich dort anschauen, wie der Strom erzeugt wird, wobei mittlerweile fast alle Skiorte erneuerbare Energiequellen haben: Arosa hat Wasserkraft, Andermatt heizt klimaneutral mit Holz. In der Gastronomie gibt es fast überall noch Luft nach oben. Warum ist das Standardmenü immer noch eines mit Fleisch? Auch hier sollte ein Umdenken stattfinden, natürlich ohne den Menschen die Möglichkeit zu nehmen, Fleisch zu essen.

Der Einsatz von Schneekanonen spielt keine Rolle?

Das hängt von den Bedingungen im Skigebiet ab. In manchen gibt es viel Wasser, in anderen nicht. Die Universität Basel hat herausgefunden, dass Skigebiete wie Andermatt oder Sedrun ihren Wasserverbrauch bis Ende des Jahrhunderts um 80 Prozent erhöhen müssen – auf 540 Millionen Liter statt 300 Millionen Liter für die Beschneiung. Bergregionen erwärmen sich grundsätzlich schneller. Die Schweiz liegt bereits bei 2,8 Grad Erwärmung, der globale Durchschnitt bei 1,3 Grad.

Kann es sich dann lohnen, in Skigebiete zu fahren, die möglichst hoch und über der Schneefallgrenze liegen?

Wahrscheinlich ist das die logische Konsequenz. Das führt aber auch zu dem Problem, dass es in diesen Skigebieten zu einer Verdichtung kommt. Das wiederum birgt die Gefahr, dass Wintersport zum Luxussport wird. Denn wenn immer mehr Leute auf engerem Raum sind, wird die hohe Nachfrage zu einer Explosion der Preise führen.

Was sollte man als nachhaltiger Wintersportler oder nachhaltige Wintersportlerin noch beachten?

Geh für das Klima abstimmen und wählen. Und wenn dir im Skigebiet etwas auffällt, frage auch mal nach: Warum gibt es denn keine vegetarische Alternative auf der Speisekarte?

En Suisse, plus d’une personne sur trois fait du ski ou du snowboard. À quoi faut-il faire attention pour pratiquer ce loisir hivernal de la façon la plus durable possible? Nous avons posé la question à Maren Stöber, anciennement chez Protect Our Winters.

Madame Stöber, qu’est-ce que Protect Our Winters et quel était votre rôle au sein de cette organisation?

J’ai travaillé comme directrice générale adjointe chez Protect Our Winters, la voix de la communauté outdoor en faveur de la protection du climat. La devise de l’organisation: «Protégez ce que vous aimez.» Au sein de cette communauté, on trouve beaucoup de personnes qui évoluent dans les régions alpines et voient comment le changement climatique les modifie. Grâce aux campagnes et à la sensibilisation, l’0rgansation veille à ce que la communauté outdoor s’engage en faveur du climat, et qu’elle vote et élise en conséquence.

De prime abord, une station de sports d’hiver semble tout sauf durable, puisque des milliers de personnes s’entassent dans un lieu qui était autrefois réservé à la nature. Au sens strict du terme, les sports d’hiver peuvent-ils être durables?

Toute forme de tourisme a un impact sur l’environnement, en particulier celui de masse. Cela dit, il ne faut pas oublier que nous avons tous grandi avec les sports d’hiver, qui se sont imposés comme étant une activité populaire. Nous estimons donc qu’il est désormais de notre devoir de prendre nos responsabilités pour assurer l’avenir, sans pour autant nous casser la tête avec les décisions qui ont été prises par le passé. Les installations de ski sont là et il ne serait pas correct de ne plus les utiliser, car elles constituent également un pilier important pour la population de montagne. En revanche, on peut se demander si les domaines skiables doivent encore être développés.

«On peut se demander si les domaines skiables doivent encore être développés», explique Maren Stöber, ex-directrice générale adjointe chez Protect Our Winters. Protect Our Winters

Si l’on veut pratiquer les sports d’hiver de manière durable, quel est le point le plus important auquel il faut faire attention?

Cette thématique se décline fondamentalement en deux aspects distincts: la durabilité dans les sports d’hiver et la possibilité d’utiliser les sports d’hiver pour envisager la protection du climat, au sens large du terme. Dans les sports d’hiver, le recours aux ressources – l’eau, la production d’énergie, l’exploitation et la restauration – est un thème majeur. En l’occurrence, cela concerne avant tout les domaines skiables eux-mêmes. S’agissant des consommateurs, le facteur le plus important est clairement la mobilité. Jusqu’à 70% des émissions d’une journée de ski proviennent du transport, car la plupart des gens se rendent encore en voiture dans les stations de ski. Notre communauté dispose ici d’un énorme levier, puisque la consommation d’énergie d’une journée de ski sans déplacement équivaut à celle de trois douches. Sans oublier que la Confédération a récemment annoncé que plus de la moitié du trafic en Suisse est liée aux loisirs et au tourisme.

Une question s’impose: la responsabilité des sports d’hiver durables repose-t-elle uniquement sur les consommateurs?

Nombreux sont ceux qui se déplacent en voiture, car il est plus facile d’y mettre tout son équipement plutôt que de l’emballer de manière compacte et de le prendre avec soi en transports publics. Mais cette habitude a aussi une dimension systémique: il est trop facile et bon marché de se rendre en voiture dans une station de ski. Il faut des conditions qui nous aident à prendre la bonne décision. Si la voiture n’était plus la solution la plus simple, nous en trouverions une meilleure. Cela peut se faire par le biais d’incitations négatives, comme l’augmentation des tarifs de stationnement, ou positives, à l’instar de l’amélioration des liaisons directes en train vers les stations de ski, comme c’est le cas entre Genève et Verbier ou entre Zurich et Flumserberg, le week-end.

Peut-on interdire aux gens de prendre leur voiture?

Non, mais ce n’est pas notre approche, car elle ne serait pas productive. On peut en revanche susciter des changements de comportement en imposant des restrictions, comme l’augmentation des tarifs des places de parking dont nous parlions. De manière générale, de telles modifications suscitent toujours un tollé, mais les gens s’y habituent ensuite très rapidement – la recherche comportementale le montre bien. Lorsque la ceinture de sécurité a été rendue obligatoire dans les voitures, les gens sont d’abord montés aux barricades, puis ont fini par se rendre compte que la nouvelle norme était tout à fait sensée. Dans le domaine du trafic touristique, c’est à la science de déterminer quels sont les changements de comportement les plus efficaces.

Équipement de ski ou de snowboard, voici un autre mot-clé. Dans ce domaine, que peut-on faire en matière de durabilité?

On peut se référer à la règle des «5 R». Refuse: ne pas acheter de produits dont on n’a pas vraiment besoin. Reduce: acheter globalement moins. Reuse: réutiliser les choses et les partager avec d’autres. Recycle: rendre les choses réutilisables. Rot: rendre les choses à la terre. Ramené aux sports d’hiver, cela signifie concrètement que le plus durable est de ne rien acheter de neuf. On peut utiliser des skis et des snowboards jusqu’à ce que les carres ne puissent plus être affûtées ou que le revêtement soit usé. On peut aussi louer l’équipement, l’acheter d’occasion ou utiliser les vêtements de manière multifonctionnelle. Bien entretenir son équipement permet en outre de prolonger sa durée de vie.

De nombreuses stations de sports d’hiver se vantent d’être durables. Comment peut-on, en tant que consommateur, vérifier si c’est vrai?

Protect Our Winters n’établit pas de classement, car l’organisation trouve que cela n’a pas de sens. Il existe des labels de durabilité, mais, là aussi, il faut voir comment ils sont établis. Certaines stations de sports d’hiver répertorient en ligne leurs mesures de durabilité. On peut voir comment l’électricité est produite, sachant toutefois qu’aujourd’hui, presque toutes les stations de ski ont des sources d’énergie renouvelables. Ainsi, Arosa utilise de l’énergie hydraulique et Andermatt se chauffe avec du bois sans impact sur le climat. Quant au secteur de la restauration, il y a presque toujours une belle marge de progression. Pourquoi le menu standard est-il toujours composé de viande? Là encore, il faudrait changer les mentalités, sans pour autant priver les gens de la possibilité de manger des produits carnés.

L’utilisation de canons à neige entre-t-elle en ligne de compte?

Cela dépend des conditions dans la station de ski. Dans certaines d’entre elles, il y a beaucoup d’eau, dans d’autres, ce n’est pas le cas. L’Université de Bâle a découvert que des stations de ski comme Andermatt ou Sedrun devront augmenter de 80% leur consommation d’eau pour assurer l’enneigement d’ici à la fin du siècle, c’est-à-dire passer de 300 à 540 millions de litres. Les régions de montagne s’adoucissent en effet en principe plus rapidement. Le réchauffement en Suisse a déjà atteint 2,8 degrés, la moyenne mondiale étant à 1,3 degré.

Est-ce dès lors mieux de se rendre dans des stations de ski situées le plus haut possible, au-dessus de la limite des chutes de neige?

C’est probablement la conséquence logique. Mais cela pose aussi le problème de la densification de ces domaines skiables, et avec elle le risque que les sports d’hiver deviennent des sports de luxe. Car s’il y a toujours plus de monde dans un espace plus restreint, la forte demande entraînera une explosion des prix.

À quoi faut-il encore faire attention pour tendre vers une pratique durable des sports d’hiver?

À aller voter et inciter à voter en faveur du climat. Et si vous remarquez quelque chose qui vous interpelle dans une station de ski, n’hésitez pas à poser des questions. Notamment pourquoi n’y a-t-il pas d’alternative végétarienne sur le menu?

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Erste Veröffentlichung: 
14.1.2026
  |  Letztes Update: 
6.2.2026
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