Avec plus de 600 membres, Ortoloco exploite 20 hectares de surface agricole comprenant des terres arables, des pâturages, un potager, un verger ainsi qu’un hectare de forêt. Photo: Mike Flam
Hier gehört die Ernte allen: Zu Besuch bei Ortoloco
Hier gehört die Ernte allen: Zu Besuch bei Ortoloco
À Dietikon, 600 personnes cultivent ensemble leurs légumes
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Wer auf dem Biohof Fondli in Dietikon Gemüse will, muss mitanpacken. Hier bewirtschaften 600 Mitglieder gemeinsam 20 Hektaren Land und tragen zusammen, was Boden und Wetter hergeben.
Wer auf dem Biohof Fondli in Dietikon Gemüse will, muss mitanpacken. Hier bewirtschaften 600 Mitglieder gemeinsam 20 Hektaren Land und tragen zusammen, was Boden und Wetter hergeben.
La coopérative Ortoloco réinvente l’agriculture en partageant récoltes, risques et travail sur 20 hectares de terres bios. Un modèle qui essaime aussi en Suisse romande.
Wer von Dietikon Richtung Spreitenbach fährt, vorbei an Industriegebäuden, Wohnblocks und Beautysalons, merkt irgendwann: Zürich ist plötzlich in weiter Ferne. Statt dem Rauschen der Hauptstrasse hört man jetzt das Zwitschern der Spatzen. Hier, am Rande der Stadt und doch mitten im Grünen, liegt der Biohof Fondli. Was von weitem aussieht wie jeder andere Bauernhof in der Gegend, ist eher eine kleine landwirtschaftliche Revolution.
Einmal abpacken für alle
Ortoloco ist ein Gegenentwurf zum anonymen Konsum. Anders als in der herkömmlichen Landwirtschaft wird der Biohof als solidarische Landwirtschaft betrieben: Rund 600 Mitglieder beteiligen sich aktiv am Anbau ihrer eigenen Lebensmittel. Säen, ernten, verteilen – alles wird gemeinschaftlich organisiert. Abgepackt wird jeweils dienstags und donnerstags. An diesem Dienstag füllen Maya und drei weitere Mitglieder gemeinsam Kartoffeln, Sellerie, Frühlingszwiebeln, Rhabarber und Salat in 124 bunte Taschen. Bevor es losgeht, wird die Ernte gewogen. So bekommt jeder gleich viel. «Das Gemüse schmeckt frischer und knackiger», sagt Maya, die seit über zwölf Jahren Mitglied bei Ortoloco ist.
Der Biohof Fondli in Dietikon ist die Heimat von Ortoloco. Foto: Stephanie Grubenmann
Gerade rollt Rosa eine Palette frischer Radieschen an. Rosa Gonzalez ist eine der fünf fest angestellten Fachkräfte des Hof- und Gartenteams.Zusammen mit über 600 Mitgliedern bewirtschaften sie 20 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche mit Ackerland, Weiden, einem Gemüse- und Obstgarten sowie einer Hektare Wald.
«Die Radieschenernte fällt in dieser Saison besonders gut aus», freut sie sich. Das Wetter war schön und die Nächte kühl. Das ist den kleinen, roten Knollen gut bekommen. «Dieses Jahr haben die Schnecken unsere Radieschen verschont. Das ist aber oft Glückssache», weiss Rosa.
Gemeinsam das Risiko tragen
Wenn die Ernte schlecht ausfällt, steht dem Betrieb dank der genossenschaftlichen Struktur trotzdem dasselbe Budget zur Verfügung. «In anderen landwirtschaftlichen Betrieben tragen die Bäuerinnen das Risiko allein», sagt Tina Siegenthaler, eines der Gründungsmitglieder. Bei Ortoloco schultern alle gemeinsam, was der Boden und das Wetter hergibt.
Ortoloco verfolgt den Anspruch, sozial, ökologisch und finanziell nachhaltig zu wirtschaften. Der biologische Anbau von Gemüse, Obst und Ackerkulturen ist bewusst vielfältig gehalten. Das erfordert deutlich mehr Handarbeit als konventionelle Landwirtschaft. Auch die Mitglieder kennen das aus eigener Erfahrung: Die Mitarbeit auf dem Hof ist ein untrennbarer Teil des Konzepts und eröffnet einen ganz anderen Bezug zu den Lebensmitteln auf dem Teller.
Mehr als nur ein Beitrag
Ein Hofabo mit Gemüse und Obst kostet 90 Franken im Monat – auf den ersten Blick nicht wenig. Doch der Vergleich mit dem Supermarkt hinkt, wie Tina Siegenthaler erklärt: «Es ist nicht ganz fair, die einzelnen Taschen herunterzubrechen. In unserem Budget stecken zum Beispiel auch das Sommerfest, das wir uns einfach gönnen, und die Genossenschaftsstruktur, also Dinge, die dafür sorgen, dass das hier überhaupt funktioniert.»
Korrekt wäre also statt Preis eher Betriebsbeitrag. Wer dennoch vergleicht, landet in etwa bei einem Biowarenkorb aus dem Coop. Mit dem Unterschied, dass man hier weiss, wer die Radieschen gepflanzt hat. «Zusammen arbeiten, lernen und feiern ist bei Ortoloco ein genauso wichtiger Aspekt», sagt Tina Siegenthaler.
Mit solidarischer Landwirtschaft ist Ortoloco noch nicht fertig. «Wir wollen unabhängiger und ökologischer werden. Das heisst dort, wo es sinnvoll ist, Strukturen zu relokalisieren», sagt die studierte Umweltingenieurin. Getreide etwa wird heute noch an eine zentrale Sammelstelle abgegeben, und Ortoloco erhält das Äquivalent zurück. Auch Lagergemüse wie Kartoffeln und Wurzelgemüse werden noch zugekauft. Tina Siegenthaler sagt: «Oft vergisst man, dass es auch anders gehen kann.»
Solidarische Landwirtschaft – auch in der Romandie
Auch in der Westschweiz wächst das Konzept der solidarischen Landwirtschaft auf fruchtbarem Boden. Das schon seit den späten 70ern. In Genf gehört die Kooperative Les Jardins de Cocagne, auf Deutsch «Die Schlaraffenlandgärten», zu den ersten Konzepten von gemeinschaftlich getragener Landwirtschaft in Europa. Die damaligen Ziele von Les Jardins de Cocagne sind bis heute unverändert geblieben. Es geht um faire Löhne, lebendige Böden, vergessene Sorten und die Frage, wer eigentlich entscheidet, was auf dem Teller landet.
Wer von Dietikon Richtung Spreitenbach fährt, vorbei an Industriegebäuden, Wohnblocks und Beautysalons, merkt irgendwann: Zürich ist plötzlich in weiter Ferne. Statt dem Rauschen der Hauptstrasse hört man jetzt das Zwitschern der Spatzen. Hier, am Rande der Stadt und doch mitten im Grünen, liegt der Biohof Fondli. Was von weitem aussieht wie jeder andere Bauernhof in der Gegend, ist eher eine kleine landwirtschaftliche Revolution.
Einmal abpacken für alle
Ortoloco ist ein Gegenentwurf zum anonymen Konsum. Anders als in der herkömmlichen Landwirtschaft wird der Biohof als solidarische Landwirtschaft betrieben: Rund 600 Mitglieder beteiligen sich aktiv am Anbau ihrer eigenen Lebensmittel. Säen, ernten, verteilen – alles wird gemeinschaftlich organisiert. Abgepackt wird jeweils dienstags und donnerstags. An diesem Dienstag füllen Maya und drei weitere Mitglieder gemeinsam Kartoffeln, Sellerie, Frühlingszwiebeln, Rhabarber und Salat in 124 bunte Taschen. Bevor es losgeht, wird die Ernte gewogen. So bekommt jeder gleich viel. «Das Gemüse schmeckt frischer und knackiger», sagt Maya, die seit über zwölf Jahren Mitglied bei Ortoloco ist.
Der Biohof Fondli in Dietikon ist die Heimat von Ortoloco. Foto: Stephanie Grubenmann
Gerade rollt Rosa eine Palette frischer Radieschen an. Rosa Gonzalez ist eine der fünf fest angestellten Fachkräfte des Hof- und Gartenteams.Zusammen mit über 600 Mitgliedern bewirtschaften sie 20 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche mit Ackerland, Weiden, einem Gemüse- und Obstgarten sowie einer Hektare Wald.
«Die Radieschenernte fällt in dieser Saison besonders gut aus», freut sie sich. Das Wetter war schön und die Nächte kühl. Das ist den kleinen, roten Knollen gut bekommen. «Dieses Jahr haben die Schnecken unsere Radieschen verschont. Das ist aber oft Glückssache», weiss Rosa.
Gemeinsam das Risiko tragen
Wenn die Ernte schlecht ausfällt, steht dem Betrieb dank der genossenschaftlichen Struktur trotzdem dasselbe Budget zur Verfügung. «In anderen landwirtschaftlichen Betrieben tragen die Bäuerinnen das Risiko allein», sagt Tina Siegenthaler, eines der Gründungsmitglieder. Bei Ortoloco schultern alle gemeinsam, was der Boden und das Wetter hergibt.
Ortoloco verfolgt den Anspruch, sozial, ökologisch und finanziell nachhaltig zu wirtschaften. Der biologische Anbau von Gemüse, Obst und Ackerkulturen ist bewusst vielfältig gehalten. Das erfordert deutlich mehr Handarbeit als konventionelle Landwirtschaft. Auch die Mitglieder kennen das aus eigener Erfahrung: Die Mitarbeit auf dem Hof ist ein untrennbarer Teil des Konzepts und eröffnet einen ganz anderen Bezug zu den Lebensmitteln auf dem Teller.
Mehr als nur ein Beitrag
Ein Hofabo mit Gemüse und Obst kostet 90 Franken im Monat – auf den ersten Blick nicht wenig. Doch der Vergleich mit dem Supermarkt hinkt, wie Tina Siegenthaler erklärt: «Es ist nicht ganz fair, die einzelnen Taschen herunterzubrechen. In unserem Budget stecken zum Beispiel auch das Sommerfest, das wir uns einfach gönnen, und die Genossenschaftsstruktur, also Dinge, die dafür sorgen, dass das hier überhaupt funktioniert.»
Korrekt wäre also statt Preis eher Betriebsbeitrag. Wer dennoch vergleicht, landet in etwa bei einem Biowarenkorb aus dem Coop. Mit dem Unterschied, dass man hier weiss, wer die Radieschen gepflanzt hat. «Zusammen arbeiten, lernen und feiern ist bei Ortoloco ein genauso wichtiger Aspekt», sagt Tina Siegenthaler.
Mit solidarischer Landwirtschaft ist Ortoloco noch nicht fertig. «Wir wollen unabhängiger und ökologischer werden. Das heisst dort, wo es sinnvoll ist, Strukturen zu relokalisieren», sagt die studierte Umweltingenieurin. Getreide etwa wird heute noch an eine zentrale Sammelstelle abgegeben, und Ortoloco erhält das Äquivalent zurück. Auch Lagergemüse wie Kartoffeln und Wurzelgemüse werden noch zugekauft. Tina Siegenthaler sagt: «Oft vergisst man, dass es auch anders gehen kann.»
Solidarische Landwirtschaft – auch in der Romandie
Auch in der Westschweiz wächst das Konzept der solidarischen Landwirtschaft auf fruchtbarem Boden. Das schon seit den späten 70ern. In Genf gehört die Kooperative Les Jardins de Cocagne, auf Deutsch «Die Schlaraffenlandgärten», zu den ersten Konzepten von gemeinschaftlich getragener Landwirtschaft in Europa. Die damaligen Ziele von Les Jardins de Cocagne sind bis heute unverändert geblieben. Es geht um faire Löhne, lebendige Böden, vergessene Sorten und die Frage, wer eigentlich entscheidet, was auf dem Teller landet.
En roulant de Dietikon vers Spreitenbach, on traverse d’abord un paysage urbain fait de bâtiments industriels, d’immeubles et de salons de beauté. Puis, à un moment donné, Zurich semble soudain très loin. Le bruissement de la route principale cède la place au gazouillis des moineaux. C’est là, en périphérie de la ville et pourtant en pleine verdure, que se trouve la ferme bio Fondli. Ce qui ressemble de loin à n’importe quelle autre exploitation de la région est en réalité une petite révolution agricole.
«Les légumes ont un goût plus frais»
Selon ses fondateurs, Ortoloco propose une autre option que la consommation anonyme. Contrairement à l’agriculture traditionnelle, cette ferme bio fonctionne selon les principes de l’agriculture solidaire: environ 600 membres participent activement à la culture de leurs propres aliments. Semailles, récoltes, distribution – tout s’organise collectivement. L’emballage a lieu chaque mardi et jeudi. Ce mardi, Maya et trois autres membres remplissent ensemble 124 sacs colorés de pommes de terre, céleri, oignons de printemps, rhubarbe et salade. Avant de commencer, la récolte est pesée pour que chacun reçoive la même quantité. «Les légumes ont un goût plus frais et plus croquant», explique Maya, membre d’Ortoloco depuis plus de douze ans.
Ortoloco compte cinq employées et employés permanents. Photo: Stephanie Grubenmann
Rosa vient d’apporter une palette de radis frais. Elle fait partie des cinq employées et employés permanents de la ferme et du jardin. Avec plus de 600 membres, l’équipe exploite 20 hectares de surface agricole comprenant des terres arables, des pâturages, un potager, un verger ainsi qu’un hectare de forêt. «La récolte de radis est particulièrement bonne cette saison», se réjouit-elle. Le beau temps et les nuits fraîches ont profité aux petits tubercules rouges. «Cette année, les limaces ont épargné nos radis. Mais c’est souvent une question de chance», sait Rosa.
Assumer les risques ensemble
Même si la récolte est mauvaise, l’exploitation dispose du même budget grâce à la structure coopérative. «Dans d’autres exploitations agricoles, les paysans assument seuls les risques», explique Tina Siegenthaler, l’une des membres fondatrices. Chez Ortoloco, tout le monde partage ce que le sol et le temps permettent.
Ortoloco a l’ambition de pratiquer une agriculture durable sur les plans social, écologique et financier. La coopérative cultive en bio des légumes, des fruits et des céréales de manière volontairement diversifiée. Cette approche demande beaucoup plus de travail manuel que l’agriculture conventionnelle. Les membres en ont conscience par expérience: la collaboration à la ferme fait partie intégrante du concept et transforme leur relation avec ce qui se retrouve dans leur assiette.
Plus qu’une simple contribution
Un abonnement à la ferme avec des légumes et des fruits coûte 90 francs par mois – à première vue, ce n’est pas rien. Mais la comparaison avec le supermarché n’est pas pertinente, comme l’explique Tina Siegenthaler: «Dans notre budget, il y a par exemple aussi la fête d’été et la structure de la coopérative, c’est-à-dire des choses qui font que cela fonctionne.» Il serait donc plus correct de parler de contribution de fonctionnement plutôt que de prix. Si l’on compare malgré tout, on arrive à peu près au prix d’un panier de produits bios de la Coop. À la différence qu’ici, on sait qui a planté les radis. «Travailler, apprendre et faire la fête ensemble est un aspect tout aussi important chez Ortoloco», déclare Tina Siegenthaler.
Ortoloco n’en a pas fini avec l’agriculture solidaire. «Nous voulons devenir plus indépendants et plus écologiques. C’est-à-dire relocaliser des structures là où c’est utile», explique l’ingénieure environnementale de formation. Les céréales, par exemple, sont encore remises à un centre de collecte central, dont Ortoloco récupère ensuite l’équivalent. Quant aux légumes de garde comme les pommes de terre et les légumes-racines, ils sont aussi encore achetés. «On oublie souvent qu’il est possible de faire autrement», relève Tina Siegenthaler.
Agriculture solidaire, en Suisse romande aussi
En Suisse romande aussi, le concept d’agriculture solidaire pousse sur un terrain fertile, et ce, depuis la fin des années 70. À Genève, la coopérative Les Jardins de Cocagne fait partie des premiers projets d’agriculture communautaire en Europe. Ses objectifs n’ont pas changé: salaires équitables, sols vivants, variétés oubliées et question centrale de savoir qui décide réellement de ce qui atterrit dans l’assiette.
Ceux qui souhaitent s’impliquer dans une agriculture solidaire peuvent trouver la ferme la plus proche grâce au réseau Solawi Suisse. Ortoloco propose également des abonnements libres.